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Fingergymnasik für Fortgeschrittene



Oder auch: Warum tägliches Schreiben fast so schwer ist, wie täglich Sport


Die Empfehlung für Autoren ist klar: Am besten schreibt man täglich. Wie viel sei jedem überlassen, doch gute eintausend Wörter gelten als guter Anfang. Viele schaffen mehr. Stephen King, z.B. hat ein Tagesziel von zweitausend Wörter und das zieht er jeden Tag durch, außer Weihnachten und Geburtstag - sagte er mal in einem Interview, um nicht wie der über Workaholic zu wirken, aber das war gelogen. Da schreibt er auch. (Zumindest behauptet er das in seinem Buch xD)


Tägliches Schreiben hat auf jeden Fall Vorteile. Man bleibt im Flow, man übt sich und ganz nebenbei werden dabei die Manuskripte fertig. Gehen wir mal davon aus, wir schaffen 2000 Wörter am Tag, dann hätten wir gut 60.000 Wörter im Monat für jeden von uns. Das wären gut zwei Manuskripte im Monat. Großartig.


Doch leider ist das alles nicht so einfach. Wenn ich einen guten Tag habe, dann schreibe ich etwa 1000 Wörter in einer Stunde. (Erin ist ein bisschen schneller.) Also müsste ich mich eben täglich zwei Stunden hinsetzen und durchziehen. Doch ich hab nicht nur gute Tage. Ich habe auch Tage, an denen einfach überhaupt nichts geht und ich für jede Zeile mehre Minuten, weil mein Kopf eine Wüste ist.


Ich hab von vielen Autor*innen gehört, die sowas im Griff haben. Die morgens 5 Uhr aufgestanden sind, um vor dem Frühstück zwei Stunden zu schreiben und dann ihrem Brotjob nachzugehen und kann an dieser Stelle für diese Schreibenden meine Bewunderung ausdrücken.


Doch genug Leuten geht es wie mir. Da spielen verschiedene Dinge rein – sei es physiologisch oder psychisch. Ich habe aufgehört mich schlecht deswegen zu fühlen und akzeptiert, dass ich nicht so viel leisten kann, wie all diese konsequenten, disziplinierten Vorbilder. Letztendlich müssen wir aufhören und mit anderen zu vergleichen. Es ergibt keinen Sinn. Äpfel und Birnen. Die einzige Person, mit der wir uns vergleichen können, sind wir selbst.


Unser Ziel ist es noch viel ausdauernder zu schreiben, auch neben dem Brotjob. Ich habe sogar einen eine Seite in meinem Bulletjournal, um festzuhalten, wann und wie viel ich schreibe. Lasst mich euch sagen ... nach der Grippe, mit der das Jahr gestartet ist, war das Blatt nicht schön XD.


Erin und ich haben letztes Jahr technisch gesehen drei Bücher geschrieben, wenn wir einfach mal von den Erstentwürfen ausgehen – nach ist es mehr editieren, was auch schreiben ist, aber ihr versteht schon. Das waren ungefähr 130.000 Wörter für jeden. Ich denke, das ist wirklich nicht übel! Und wenn wir es schaffen, diese Wortzahl in diesem Jahr zu schlagen: Cool. Wenn nicht, heißt es lernen, woran es gehapert hat.


Gebt einfach euer bestes Leute. Ihr seid gut genug. Und wenn ihr was ausbauen wollt, dann macht das für euch und nicht weil ihr denkt, ihr müsst mit irgendjemanden mithalten.


Wie sieht es bei euch aus? Setzt ihr euch auch gerne mal zu hohe Ziele?


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